Worum gehts? FAQ

Was ist eine Sunday Assembly?

Vom Ablauf her ähnelt sie einem Gottesdienst, das heißt, man singt gemeinsam Lieder, hört Vorträge und hält auch inne, immer zu einem bestimmten Thema. Das alles aber ohne Gott, also ohne einen bestimmten Glaubensüberbau. Die Sunday Assembly ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich Gedanken machen über ein gelingendes Leben und genau dieses Leben einmal im Monat gemeinsam feiern wollen.

Also seid ihr eine Atheisten-Kirche?

Wir sind keine Gegenveranstaltung nach dem Motto „evangelisch-katholisch-atheistisch“, sondern wir sind radikal inklusiv, jeder kann kommen, der eigene Glaube oder Nicht-Glaube spielt einfach keine Rolle, aber natürlich spricht das Format vor allem Humanisten, Agnostiker und Atheisten an. Wie einer der Gründer in London sagt:“ wir haben uns die besten Elemente der Kirche genommen und lassen Gott einfach weg“.

Wie eng ist der Kontakt nach London, zum „Mutterhaus“?

Die beiden Gründer Sanderson und Pippa sowie viele andere Assembly-Mitglieder stehen allen Gruppen mit Rat und Tat zur Seite. Auch die Assemblies untereinander sind vernetzt. Inhaltlich gibt es eine einzige verbindliche Vorgabe, die auch uns sehr wichtig ist: die Charter (s.u.). Themen, Texte, Lieder und Gastredner suchen wir selbst aus.

Wie finanziert ihr euch?

Durch Spenden der Besucher und hier in München trägt der Bund für Geistesfreiheit München, ein humanistischer Verband und weltanschauliche Körperschaft des öffentichen Rechts die Saalmiete für die Seidl-Villa.

Warum macht ihr das?

Unterschiedlich: Manche waren früher in der Kirche, glauben nicht (mehr) an Gott, vermissen aber die Rituale und das Gemeinschaftsgefühl. Andere waren noch nie religiös, interessieren sich aber genauso für die Fragen, die sich alle Menschen stellen. Und wieder andere sind konfessionell gebunden, wünschen sich aber mehr Lebendigkeit, Offenheit und die Möglichkeit, mit anderen gemeinsam das Motto Live better – Help often – Wonder more zu verfolgen.

Das mit dem Singen, muss das sein?

Auf jeden Fall.  Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich fremde Menschen miteinander verbunden fühlen, sobald sie gemeinsam singen. Klar kostet es ein bisschen Überwindung, aber dann macht’s Spaß!

Charter der Sunday Assembly:

  1. Ist zu 100% eine Feier des Lebens. Wir sind aus dem Nichts geboren und wir gehen ins Nichts. Dazwischen wollen wir Freude haben und verbreiten.
  2. Hat keine Doktrin. Wir haben keine festen Schriften, so dass wir Wissen und gute Gedanken aus allen Quellen nutzen können.
  3. Hat keine Gottheit. Wir haben nichts am Hut mit dem Übersinnlichen, aber wir kritisieren niemanden, dem es anders geht.
  4. Ist radikal inklusiv. Alle sind willkommen unabhängig vom persönlichen Glauben – dies ist ein Ort der Liebe, der offen und akzeptierend ist.
  5. Kostet keinen Eintritt, ist non-profit und wird durch Freiwillige organisiert. Wir bitten um Spenden, um Ausgaben zu decken und die Gemeinschaftsaktivitäten zu unterstützen.
  6. Hat eine Community-Mission. Will eine Kraft für das Gute sein.
  7. Ist unabhängig. Wir akzeptieren kein Sponsoring oder machen Werbung für andere Unternehmen, Organisationen oder Dienstleistungen.
  8. Ist hier um zu bleiben. Mit eurem Engagement kann The Sunday Assembly mithelfen, die Welt schöner zu machen.
  9. Wir schreiben niemandem vor, wie er oder sie leben soll, wir wollen nur Impulse und Ideen geben, um das eigene Leben gelingen zu lassen.
  10. Immer an Punkt 1 denken: Sunday Assembly ist eine Feier des einzigen Lebens, von dem wir sicher wissen, dass wir es haben.

Motto:  besser leben –  oft helfen  –  mehr staunen

Live Better. Wir möchten inspirieren, zum Nachdenken anregen und gemeinsam praktische Ideen anbieten, die dabei helfen können, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu leben und die Person zu sein, die eine(r) sein möchten.

Help Often. Assemblies sind aktive Gemeinschaften für ein sinnerfülltes Leben, die uns ermutigen sollen, denen zu helfen, die Hilfe benötigen, und uns gegenseitig zu unterstützen.

Wonder More. Gemeinsam Vorträge und Lesungen zu hören, zu singen und zu schweigen lässt uns miteinander und mit der wunderbaren Welt in Kontakt kommen. Staunen und fragen sind oft hilfreicher als wissen und urteilen.

Hier noch links zu zwei Zeitungsartikeln in Welt am Sonntag und SZ

https://www.welt.de/regionales/bayern/article169846336/Es-ist-eine-Art-Kirche-nur-eben-ohne-Gott.html

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sonntagsversammlung-sahne-statt-suende-1.3795214