Diesmal aber echt. Wir hattens ja schon so, Anfang März:
da haben die Vögel losgesungen wie verrückt und die nette Frau in der Eisdiele hat sich schon die Schürze umgebunden. Dann wurde es aber nochmal so.
Statt Weissbier draußen, gabs drinnen nochmal Punsch. Und jetzt? – Ist das Leben nicht mehr zu bremsen.
Der Flieder vorm Haus saugt die Stengel voll und presst sich aus den dürren Ästchen ans Licht. Jetzt noch grün, später weiss. Herzlich willkommen Frühling.
Auch Pinguine sind gesellig
Als linkskonservativ ordnet Peter Sloterdijk sich selbst ein. Der Philosoph und laut „New Yorker“ streitbarste Denker Deutschlands spricht in der Neuen Zürcher Zeitung über den Zusammenhalt von Gesellschaften, Suche nach Identität und kognitive Bequemlichkeit.

Spannende Gedanken drin, Widerworte programmiert, volle Dröhnung Hirnfutter. Zum Artikel: https://www.nzz.ch/feuilleton/wir-erleben-ein-grosses-gleiten-ld.1370201
Das Glück wohnt im Norden
Jedes Jahr gibt die UN einen sogenannten „World Happiness Report“ heraus. In 156 Ländern wurden dafür Faktoren wie Wohlstand, Lebenserwartung, Korruption und Freiheit untersucht. Die glücklichsten, oder besser zufriedensten Menschen wohnen demnach in Skandinavien. Dieses Jahr sind die Finnen auf Platz eins, gefolgt von Norwegen und Dänemark. Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr um eine Stelle vorgerückt, auf Platz 15. Das Wohlstandsniveau im Norden ist hoch und gleichmäßig verteilt: Skandianvier zahlen vergleichsweise hohe Steuern, dafür bekommen sie viel Sicherheit in Form einer sehr guten Gesundheitsversorgung und Bildung. Nirgendwo ist das Armutsrisiko so gering, wie in Finnland. Das Vertrauen in das Gemeinwesen ist hoch.
Glücksforscher benennen für das Maß an Zufriedenheit drei wesentliche Faktoren: Gesundheit-Gemeinschaft-Genuss. Geld als Mittel zum Ziel hat damit natürlich auch zu tun: die unglücklichsten Menschen leben allesamt in sehr armen Staaten, oder Staaten mit sehr ungleich verteiltem Reichtum. Der Ökonom Richard Easterlin von der University of California behauptet: sobald die Grundbedürfnisse der Bewohner gedeckt sind, kann Wirtschaftswachstum die Zufriedenheit einer Nation nicht mehr steigern. Dennoch: bis 60tausend Euro Jahreseinkommen hat Geld durchaus glückssteigernde Wirkung, darüberhinaus dann offenbar nicht mehr. Der Mensch gewöhnt sich leider viel zu schnell an Reichtum. Oder wie es der Künstler Herbert Achternbusch formuliert hat:“Das schöne Gefühl, Geld zu haben, ist nicht so intensiv, wie das Scheißgefühl, kein Geld zu haben“.
Und die Finnen? Haben unglaublich viel Platz und unberührte Natur um sich rum, jeder zweite hat eine Sauna daheim und sie sind Weltmeister im Kaffeetrinken. Und: in Finnland ist jeder 16. Mann alkoholkrank, in Deutschland „nur“ jeder 30. Vielleicht – mit mediterranem Klima – wären die Finnen uneinholbar Happiness-Champion ohne Suchtprobleme? Aber diese Zusammenhänge sind noch nicht erschöpfend erforscht. Nächste Sunday Assembly: 15. April, 11 Uhr, Seidlvilla, in München-Schwabing.
Wo is’n da des Hirn?
Ui, war das schön und interessant! Danke an alle, die da waren, – vor allem an Sandra so wunderbar den Kanon dirigiert und Wolfgang, der so unterhaltsam und verständlich das menschliche Gehirn erklärt hat.




Gehirn auf Autopilot am 18. März
Die Länge aller Nervenbahnen des Gehirns eines erwachsenen Menschen beträgt etwa 5,8 Millionen Kilometer, das entspricht dem 145-fachen Erdumfang. – Das ist halt echt unnützes Wissen. Interessant ist aber, dass unser Gehirn zwar nur 2% des Körpergewichtes ausmacht, aber 20% des Energiebedarfs (Grundumsatz) abzieht. Bei Kindern und Jugendlichen noch mehr. Und genau hier liegt ein zentrales Problem:

Die graue Masse da oben im Schädel hat noch nicht mitbekommen, dass es an jeder Ecke nen Supermarkt gibt, mit endlos Kalorien in den Regalen. Deshalb versucht sie (die graue Masse) – wie sie das gelernt hat vor über 100tausend Jahren – ihren Menschen-Besitzer so energiesparend wie möglich durchs Leben zu bringen. Mit unangenehmen bis echt schlimmen Folgen: Wolfgang Wuschek wird bei der nächsten Assembly Erklärungen liefern, warum wir keine vernünftigen Wesen sind, bzw es so schwierig ist, eines zu sein: „Gehirn auf Autopilot“, Sonntag, 18. März, 11 Uhr in der Schwabinger Seidlvilla.
